GeoCaching BlogBuch

5. November 2009

Tatort: Holiday Inn / 13. Stock und Gedanken zum Mauerfall

Gespeichert unter: Berlin, Döntjes, Geocaching, Hamburg, Lokalitäten, Modernes Leben, Politik, Wissenschaft — kondukteur @ 23:01
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Nein, noch gibt es keine Hotelcaches, obwohl eine Idee wäre das schon, gerade für winterliche Temperaturen und früh einsetzende Dämmerungen.

Nun aber zu dem Mysterie, den es zu lösen gilt:

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Wo ist das 13. Stockwerk geblieben und wer hat dieses geklaut.

Schaut man sich das Hotel von aussen an, kann man erkennen, dass womöglich Ausserirdische das Hotelhochhaus fast ganz oben zweimal sauber durchgetrennt haben und
die 13. Stockwerksplatte mit dem Nina Hagenschen Ufo zur umfassenden Analyse, also natürlich mit den Hotelgästen, entführt haben. Unglaublich und das mitten in Berlin!

Es gibt praktisch kein einziges Anzeichen wo man dieses Gewaltverbrechen erkennen kann, aber dem hier bloggenden Autor ist es doch gelungen ein winziges Indiz durch einen
klitzekleinen logischen Fehler zu enttarnen (siehe Bild oben). Hier ist es nun, das fast perfekte Verbrechen und keiner will es gesehen haben oder war es gar etwa gar kein
Verbrechen. Gut es liegt im Osten und Holiday Inn verspricht erstmal unbeschwerte hemnmungslose Ferienlaune so fällt es kaum auf. Man fragt sich aber schon,
warum hat niemand jemand vermisst den es zu vermissen gelte und da gibt es eigentlich nur eine bisher nur von mir vertretene Theorie:
dass das Ganze in der Nacht des 9. November, auf Freitag, den 10. November 1989 passiert sein muss. Denn als die Mauer der DDR damals  „fiel“ achtete niemand darauf,
dass zur gleichen Zeit ein Grossteil der damals herschenden Clique sich heimlich aus dem Staub machte. Gut nicht alle haben es geschafft und einige hat man dem Feind
überlassen, wie wir ja alle wissen, aber es ist zwar vielen aufgefallen, dass es Jahre später wieder keiner gewesen sein soll, aber wo sind dann die damaligen
Macher-der-Republik geblieben. Ja gefragt haben sich das viele, aber wie es scheint..hat so richtig gesucht auch niemand.

Die Theorie, die hier natürlich nur angedeutet werden darf, aber soviel sei veraten, legt auf jeden Fall den Finger sehr tief in die sozialistische Theorie und
dass sie wohl doch recht hat mit ihrem Utopia, nur mit dem kleinen Kniff, dass dieses sozialistische Utopia wohl doch ausserirdisch oder in einem Paralleluniversum ist.
Nächstens wenn man also einmal wieder in Berlin unterwegs ist, lohnt sich also nicht nur ein „Checkpoint Charlie“ Besuch, sondern dem geneigten polit-interessierten
Reisenden sei dann auch ein weitere Wallfahrtsstelle
nämlich oben genanntes Indiz für das sozialistische Utopia anempfohlen. Interessanterweise korrespondiert dies auch geisterhaft mit einer Bar in hamburger Schanzenviertel namens „13. Stock“ das ungelogen wenn man das Haus betrachtet im 2. liegt.. Ich denke es gibt hier Parallelen und man fragt sich blos welche denn? (Gab es denn in Hamburg auch mal Sozialismus oder hat sich hier die Gewerkschaft aus dem Besenbinderhof aus dem Staub gemacht?)

Auf jeden Fall mehren sich die Zeichen und die Geocacher sind aufgerufen sich dieser Lost-Places als Döschenversteckplätze eigen zu machen.

Acetonitril-Verknappung

Gespeichert unter: Information, Wissenschaft — kichererbse01 @ 00:58
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Auswirkung der Weltwirtschaftskrise im Labor

19.02.2009: Ganz überrascht stellte ich um Weihnachten herum fest,  dass mein LieblingslösungsmittelFlasche leer Acetonitril in Deutschland nicht mehr lieferbar war. Dieser Lieferengpass hat sich in den vergangenen Wochen leider nicht wieder entspannt. Statt dessen weisen die Lieferanten im Internet darauf hin, dass es weltweit auch mittelfristig kein Acetonitril geben wird.

Wie kann das sein? Acetonitril wird als Abfallprodukt bei der Acrylnitril-Herstellung gewonnen. Acrylnitril ist ein Ausgangsprodukt für Textilfasern und für die Kunststoffindustrie. Die wiederum leidet zusammen mit der Automobilindustrie unter den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise.

Zum Glück habe ich noch ein paar Flaschen Acetonitril im Schrank. Vielleicht sollte ich die für 1000€ den Liter bei ebay anbieten?

11.3.2009: Gerade habe ich mit einem großen Chemikalienhändler telefoniert. Es gibt immer noch kein Acetonitril, obwohl die Firma auf ihren Internetseiten die Produkte mit (altem) Preis anbietet.

13.10.2009: Wie ich aus gut unterrichteten Chemikerinnen Kreisen erfahren habe, besteht nun keine Acetonitril Verknappung mehr, sondern man kann sich neuerdings recht preisgünstig mit dem Zeug bevorraten.

5.11.2009: Acetonitril ist wieder auf dem Markt und wird von einschlägigen Händlern zum Aktionspreis angeboten. Begleitet wird das Angebot von dem dezenten Hinweis, dass die Preisentwicklung des Lösungsmittels nur schwer vorhersehbar ist. Sollen wir etwa hamstern? Eine 2,5 L Flasche mit guter HPLC-Qualität ist jetzt schon für ca. 40 € zu haben. Das ist deutlich  billiger als vor der Krise. Im letzten Jahr kostetet dasselbe Produkt ca. 70 € . Tja, es sind scheinbar inzwischen viele Anwender auf Alternativen ausgewichen und damit so glücklich, dass sie gar kein Acetonitril mehr wollen. Ich werde die Preisentwicklung weiter beobachten.

3. Juli 2009

Diätfrei abnehmen?

Gespeichert unter: Döntjes, Information, Küche, Modernes Leben, Wissenschaft — kichererbse01 @ 00:32
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Ernährungslehren sind die modernen Religionen. Sie werben mit verführerischen Versprechungen allein durch die richtige Auswahl der Nahrungsmittel ganz diätfrei Gewicht zu verlieren. Abnehmen ohne Sport und ohne Hungern ist ein faszinierender Gedanke. Trennkost und Low Carb Diäten sind zurzeit sehr populär. Viel spannender finde ich persönlich einfallsreichere Konzepte ABC-Diätwie die Ampel-Diät oder die Blutgruppen-Diät. Geocachingblogbuch testet für Sie die Alphabet-Diät. Das Bild zeigt Tag 1, an dem nur Lebensmittel mit dem Anfangsbuchstaben „A“ erlaubt sind. Wir freuen uns schon auf morgen (Bockwurst und Bratkartoffeln) und übermorgen (Cheeseburger und Cola).

Vielleicht versuchen wir auch mal die mentale Diät bei der man sein Wunschgewicht einfach ausdauernd visualisiert.

3. April 2009

Publizieren in der Wissenschaft – das Zitierkartell

Gespeichert unter: Karriere, Wissenschaft — kichererbse01 @ 18:22
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SonderdruckeJede/r aufstrebende Wissenschaftler/in weiß, dass er/sie publizieren muss. „Publish or perish“ heißt es nicht umsonst. Publizieren und das Zitiertwerden gehören  zur wissenschaftlichen Karriere un deben dieses, nämlich zitieren, tut man, wenn man die Literaturliste der ersten eigenen Publikation füllt. Sicher sollte man auch einige inhaltlich wichtige Arbeiten und ein aktuelles Review aus dem Themengebiet zitieren. Dass es wichtig ist die eigenen Arbeiten ausführlich zu zitieren haben wir schon gelernt.

Aber es gibt noch mehr zu beachten: Die Zeitschrift, bei der man den Artikel einreicht, legt Wert auf ihren Impact-Faktor. Der wächst mit der Zahl von „schnellen“ Zitaten aus der Zeitschrift. Man sollte also, immer ein paar in den letzten beiden Jahren in der Zeitschrift erschienen Artikel zitieren. Das freut den Herausgeber und den Editor. Und von deren Meinung hängt schließlich die Publikation des eigenen Manuskripts ab.
Es ist üblich mit dem Einreichen des Manuskripts Gutachter vorzuschlagen, die dann anonym Ihre Meinung zu dem Manuskript abgeben (peer review). Der Editor könnte auch andere Gutachter fragen, meistens tut er das aber nicht. Die Gutachter lesen natürlich zuerst die Literaturliste und gucken, ob ihre eigenen bahnbrechenden Arbeiten darin vorkommen. Wenn man Glück hat lesen die Gutachter nicht viel mehr als die Autoren- und Literaturliste und machen dann ein paar freundliche Kreuze in ein online-Formular.

Es empfiehlt sich Gutachter aus dem eigenen Zitierkartell zu wählen. Ein Zitierkartell funktioniert nach dem Prinzip „zitierst du mich, zitiere ich dich“. Das sind ehemalige Koautoren, Kollegen oder Kumpels, die man auf der letzten Konferenz am Buffet kennen gelernt hat. Alle gemeinsamen Arbeiten sind selbstredend Teil der Literaturliste. Es eignen sich ebenso Betreuer von Studenten, deren mäßiges Erstlingswerk man kurz zuvor selbst wohlwollend begutachtet hat. Ausländische Gutachter (vorzugsweise aus Asien oder Amerika) machen sich immer gut und suggerieren international anerkannte Spitzenforschung im eigenen Manuskript. Es gibt genug ehemalige Kollegen, die jetzt im Ausland Karriere gemacht haben, um den endlosen Befristungen der Verträge in Deutschland zu entgehen.

Wer alle diese Regeln beachtet hat sollte am Ende prüfen, ober nicht eine kritische Grenze von Eigenzitaten (>50%?) überschritten hat. Wir wollen ja zeigen, dass wir nicht nur schreiben, sondern auch lesen können – selbst wenn es in diesem Fall die Werke der Konkurrenz sind.

Weitere Beiträge in dieser Serie:

Publizieren in der Wissenschaft – Die Zeitschrift

Publizieren in der Wissenschaft – Die Koautoren

22. März 2009

Nanotechnologie in Socken

Gespeichert unter: Information, Modernes Leben, Wissenschaft — kichererbse01 @ 23:07
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riecht nichtNanotechnologie ist ein aufstrebendes Forschungsfeld. Auch wenn bisher wenig über die toxikologische Wirkung von Nanopartikeln wie Nanosilber bekannt ist, sind Produkte mit  Silbernanopartikel auf dem Vormarsch. So werden zum Beispiel Sporttextilien und Socken zur Vermeidung von Körpergeruch mit Nanosilber ausgestattet. Diese Socken reduzieren den Fuss-Schweißgeruch, weil das Silber auf den Fasern antibakteriell wirkt. Also haben Männer keine Käsefüße mehr nach dem Joggen.

Aber was passiert wenn diese Socken gewaschen werden? Amerikanische Forscher haben das untersucht und herausgefunden, dass die Waschstabilität des Nanosilbers nicht bei jeder Socke vorausgesetzt werden kann. Man möchte ja schließlich die teuer bezahlte (etwa 20 Euro pro Sockenpaar) Nanosilberbeschichtung nicht schon nach der ersten Wäsche verlieren, auch wenn solche Socken bis dahin länger auf akzeptablem Geruchslevel durchhalten als vergleichbare Bekleidungsstücke. Die amerikanischen Forscher kauften sich sechs Paar Socken und setzten jeweils eine Socke pro Paar einer Serie von simulierten Waschvorgängen aus; die andere nicht. Die Studie zeigt, dass einige Socken ihr Silber komplett beim ersten Waschgang abgaben, einige Socken dies erst nach und nach taten und andere kaum Silber beim Waschen verloren. Schwedische Forscher kamen zu vergleichbaren Ergebnissen.

Analytisch kann man relativ einfach messen, wie viel Silber von der Socke ins Wasser übergeht. Schwierig wird es, wenn man zwischen nanopartikulärem und anderem (ionischem) Silber unterscheiden will. Dazu sind elektronenmikroskopische Techniken erforderlich, die die Partikelgröße erfassen. Es ist also schwer nachweisbar, ob die Socken wirklich Nanosilber enthalten oder „nur“ gut wasserlösliche Silbersalze.

Nanopartikel, die ganz offensichtlich aus den Socken über das Abwasser in die Umwelt gelangen, sind unter Umständen mit bisher unbekannten Risiken behaftet. Silber in der Umwelt ist kein neues Problem (man denke nur an Fotofilme), trotzdem ist nanopartikuläres Silber ein schwer einschätzbares Risiko und neue Produkte drängen auf den Markt – neue Anwendungen werden erschlossen.

silverfootbed1Ziemlich abgefahren finde ich Zahnpasta mit Nanosilber, oder die Idee Waschmaschinentrommeln und PC- Tastaturen damit zu beschichten. Ich denke daher, dass der Verbraucher selbst entscheiden können sollte, ob er mit Nanopartikeln ausgerüstete Socken, Unterhemden, Einlegesohlen usw. kauft oder nicht. Der Verbraucher ist meist völlig ahnungslos, was diese Anti-Geruchs-Ausrüstung bei Textilien beinhaltet. Was fehlt ist eine Kennzeichnungspflicht.

Und ich wüsste gern ob die Hersteller die Socken tatsächlich nachhaltig mit metallischem Silber beschichten. Silbersalze, die sich mit der ersten Wäsche verabschieden, entsprechen so wenig der Verbrauchererwartung, dass ich mich als Käufer getäuscht fühlen würde. Wann kommt die erste Untersuchung von Stiftung Warentest für Nanosilber-Socken??

21. März 2009

Publizieren in der Wissenschaft – Die Koautoren

Gespeichert unter: Information, Karriere, Wissenschaft — kichererbse01 @ 23:47
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Die Liste der Autoren ist das Wichtigste am ganzen Artikel. Wer draufstehen soll kann schon im Vorfeld der Publikation zu großen Konflikten führen. Üblicherweise werden alle Personen genannt, die einen substanziellen Beitrag zum Manuskript geleistet haben. Entweder haben sie Daten produziert, komplizierte Auswertungen gemacht oder auch wichtige Ideen beigesteuert. Wer „nur“ das Forschungsprojekt geleitet oder die Mittel (z.B für  Acetonitril) eingeworben hat muss nicht automatisch erwähnt werden. Meist wird es aber doch gemacht, wenn es sich zum Beispiel um den Doktorvater handelt. Man kann sich streiten, ob das gute wissenschaftliche Praxis ist.
Dabei steht an erster Stelle der Name der Person, die die Hauptarbeit geleistet und den Artikel geschrieben hat. Die Wichtigkeit der Autoren nimmt dann in der Reihenfolge der Nennung in der Autorenliste ab. Wenn es zu unübersichtlich ist nennt man die Koautoren einfach in alphabetischer Reihenfolge. Aber Achtung: Der letzte in der Reihe ist oft genauso wichtig wie der Erstautor, denn hier steht traditionell der Name des Arbeitskreisleiters. Man erkennt ihn auch daran, dass er als „corresponding author“ gekennzeichnet ist. Das ist die Person, die den Artikel einreicht und später für Fragen zur Verfügung steht oder Sonderdrucke verschickt wenn die Zeitstelle des Erstautoren längst ausgelaufen ist.

Meine Rat: Viele Koautoren sind hilfreich! Man vergibt sich nichts, wenn man im Zweifelsfall einen zweiten oder dritten Namen nach dem eigenen nennt. Die Personen fühlen sich geschmeichelt und werden sich revanchieren. So habe alle beteiligten am Ende mehr Publikationen und können sich freuen. Ein weiterer Vorteil ist der, dass auf diese Weise die Zahl der Zitate des Artikels steigt. Jeder zitiert natürlich am liebsten seine eigenen Artikel, da er die am besten kennt, sie perfekt ins Forschungsfeld passen und man seine eigenen Artikel ja auch würdigen muss. Man zitiert sich auch deshalb selbst, um den Hirsch-Index zu füttern. Wenn das auch alle zehn Koautoren machen, dann wird der Artikel viel mehr zitiert als wenn nur ein einsamer Name drauf steht und lange Autorenlisten wirken so schön teamorientiert und kooperativ.

Weitere Beiträge in dieser Serie: Publizieren in der Wissenschaft – Die Zeitschrift

13. März 2009

Publizieren in der Wissenschaft – Die Zeitschrift

Gespeichert unter: Information, Karriere, Wissenschaft — kichererbse01 @ 20:07
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Die Publikationen sind für jeden Wissenschaftler und jede Wissenschaftlerin mit Ambitionen auf Karriere in der Forschungslandschaft und auf Förderung aus öffentlichen Geldtöpfen das Wichtigste überhaupt. Wer nicht publiziert ist wissenschaftlich so gut wie tot. (o.k. in den Ingenieurwissenschaften kann das anders sein.) Ganze Institute werden daran gemessen wie viel und wie gut die zugehörigen Wissenschaftler publizieren und wie hoch ihr Hirsch-Index ist. Publikationen gehören genau wie eingeworbene Drittmittel zu den zählbaren Erfolgen in der Forschung, die bei jeder Evaluierung abgefragt werden.

Wie findet der aufstrebende Wissenschaftler die richtige Zeitschrift? Zuerst einmal sollte man sich unter den referierten Zeitschriften umsehen. Das sind solche, bei denen eingereichte Manuskripte durch mindestens zwei unabhängige Gutachter anonym geprüft werden. Meist sind referierte Zeitschriften auch indexiert und damit in den im Internet abrufbaren Datenbanken erfasst. Diese Zeitschriften besitzen einen Impact Faktor der ein Maß für den Anteil der in einer Zeitschrift erschienenen Artikel ist, die schnell zitiert werden. Also, wie oft eine Zeitschrift gelesen wird und für wie gut die Artikel von den Lesern befunden werden. Jede Zeitschrift, die stolz auf einen hohen Impact Faktor sein kann, wird an prominenter Stelle auf ihrer Internetseite darauf hinweisen. Nicht referierte Zeitschriften sollte man nicht für die besten Ergebnisse verwenden. Noch weniger Echo kann man von der „graue Literatur“, also Projektberichten, Konferenzbänden oder Dissertationen erwarten, weil diese keine ISBN-Nummer besitzen und/oder nicht indexiert sind. Es ist keine Schande dort zu publizieren – Kleinvieh macht auch Mist – aber man darf nicht erwarten, dass die Artikel dort häufig gelesen oder gar zitiert werden.

Die Sprache in der publiziert wird ist in der Regel englisch. Leider sind die meisten deutschsprachigen Zeitschriften nicht referiert bzw. indexiert, so dass es unter Wissenschaftlern geradezu verpönt ist auf Deutsch zu publizieren („Das liest doch keiner. Kann man nicht lieber ein RICHTIGES Journal nehmen?“). Das ist zwar schade aber ein Opfer an die internationale Wissenschaft. Daneben gibt es noch Paralleluniversen in Russisch und Chinesisch, die kaum Berührungspunkte mit der englischsprachigen Welt haben.

Dann muss natürlich das Thema des Artikels zum Spektrum der Zeitschrift passen. Ein theoretisches Thema passt nicht in eine Zeitschrift, die nur experimentelle Ergebnisse publiziert.  Auch diese „scopes“ findet man auf den Internetseiten der Zeitschrift. Ein guter Hinweis sind andere Arbeiten zum selben Thema. Meist sind in der eigenen Liste zitierter Literatur schon viele passende Zeitschriften zu finden.

Wer noch nicht auf eine lange Liste an gut platzierten Publikationen zurückblicken kann, sollte vielleicht erst einmal klein anfangen und nicht gleich das Top-Journal seines Fachbereichs wählen …. andereseits siegt oft die Frechheit und vielleicht sind Sie ja talentierter als Sie glauben. Trotzdem bleiben für die meisten eine Publikation in Nature oder Cell ein Traum. Mein bisher leider noch unerreichtes Ziel ist eine Publikation im Journal of Irreproducible Results.

10. März 2009

Botox – Hintergrundinfos

Botox-Parties sind modern. Jeder will ewig jung bleiben oder zumindest so aussehen. Doch was wird da eigentlich gespritzt? Mich packt das kalte Grausen, wenn ich mir vorstelle ein hoch wirksames Nervengift bzw. einen Biokampfstoff in die Stirn gespritzt zu bekommen. Ist der Jugend- und Schönheitskult á la „Germanys next Topmodel“ wirklich das was wir wollen? Sollten wir nicht lieber in Würde altern oder uns statt der Botox-Spritze lieber ein paar neue Schuhe gönnen?

Botulinustoxin (Botulinumtoxin, Botox) ist ein stark wirksames Nervengift, das zur Faltenglättung gespritzt wird. Botox hemmt den Botenstoff Acetylcholin, der für die Reizübertragung zum Muskel verantwortlich ist. Der gelähmte Muskel kann sich nicht mehr zusammenziehen und das Gesicht wirkt glatter. Gemessen wird die Dosis in Einheiten, die der Menge an Gift entsprechen, die 50% der Probanden (meist Mäuse oder Ratten) nach Injektion in die Bauchhöhle tötet. Die  Tiere sterben an Atemlähmung. Dieser Test wird leider zur Kontrolle der Wirksamkeit jeder produzierten Botox Charge benötigt, so dass ein Patient, der sich mit Botox behandeln lässt, auch die Zahl von Tierversuchen erhöht.

Die Dosierung für eine Botox-Injektion ist extrem niedrig: Nur bis zu fünf Nanogramm sind in der Ampulle eines typischen Präparats enthalten. Der größte Teil davon ist ein stabilisierendes Protein, so dass das eigentliche Toxin nur einen Bruchteil davon ausmacht. In dieser Ampulle sind damit weniger als 5 Prozent der Dosis die – intramuskulär verabreicht – für einen Menschen tödlich sein könnte. Die Dosierung ist niedrig, aber würde man sich ebenso sorglos eine Dioxin-Injektion verabreichen lassen? Die Giftigkeit von Botox (akute LD50) ist 1000-fach höher als die von Dioxin! Denn, was viele nicht wissen,  Botulinustoxin  gilt als einer der giftigsten Stoffe der Welt. Ist es nicht erstaunlich, dass Stoffe aus der Natur diese Liste anführen?

Clostridium botulinum produziert das Gift und ist ein weit verbreiteter Mikroorganismus. Der Keim fühlt sich in geschlossenen Konservendosen wohl und führt zu „Bombagen“, also aufgeblähten Dosen. Clostridium botulinum vermehrt sich in diesen Dosen oder in anderen luftdicht verpackten Lebensmitteln und bildet das Botulinustoxin (= Botox), welches beim Menschen zu Lebensmittelvergiftungen und im Extremfall zum Tod führen kann. Diese Vergiftungen sind aber durch hohe Hygienestandards und konservierende Maßnahmen für Lebensmittel in Deutschland sehr selten geworden. Trotzdem würde ich um eine hausgemachte Blutwurstkonserve mit Überdruck einen weiten Bogen machen.

Und noch eine Verwendung von Botulinustoxin ist bekannt: Es war die Basis für die Entwicklung von Biowaffen während des Zweiten Weltkriegs und zählt heute zum „dreckigen Dutzend“ der Biokampfstoffe. Man kann es zum Beispiel in Briefbomben verschicken.

21. Februar 2009

Mit den Ohren wackeln

Gespeichert unter: Information, Modernes Leben, Wissenschaft — kichererbse01 @ 19:22
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wackelt nicht…das können angeblich die Männer (54%) besser als die Frauen (22%). Aber wozu braucht man(n) das heute noch? Es handelt sich um Muskelreste, die seitlich am Kopf zu finden sind und in früheren Zeiten der Evolution einmal dafür zuständig waren, die Ohren aufzustellen und zu drehen. Dieses Richtungshören kennt man z.B. von Hunden. Frauen scheinen ganz gut ohne auszukommen. Sie drehen notfalls den  Kopf. Meistens ist nicht mal das nötig, um den Beziehungstratsch der jungen Mädchen am Nebentisch mitzuverfolgen und das Gezicke hinterm Tresen zu belauschen, während der Mann, der mir gegenüber am Tisch sitzt, noch versucht mit den Ohren zu wackeln.

Die 54% ohrenwackelnder Männer sind nach meiner kleinen, unrepräsentativen Umfrage übrigens zu hoch gegriffen. Oder aber, ich bin überwiegend von evelutionsmäßig weit entwickelten Exemplaren umgeben. ;-)

Beitrag zum 200. Geburtstag von Charles Darwin

6. Februar 2009

Überleben im Roeder-Institut

Gespeichert unter: Information, Politik, Wissenschaft — kichererbse01 @ 23:44
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Wer kennt es nicht, das Roeder-Institut? Jeder, der schon mal mit der Verwaltung im Dienste der Wissenschaft Kontakt hatte, sei es in der Uni oder im öffentlichen Dienst, fängt an zu grinsen, wenn dieser Name fällt. Wer es nicht kennt, darf hier nachlesen.

stempelDie Verwaltung in meiner Institution kämpft um ihre Unersetzlichkeit und um ihre Kompetenzen, denn wir haben nach einer Zusammenlegung pötzlich drei Verwaltungen die sich auf den selben Stühlen drängeln. Der Effekt ist, dass in kurzen Abständen neue Formulare entwickelt werden und auf einmal ganz wichtig alles kontrolliert und abgestempelt werden muss was früher von alleine ging. Mein Dienstreiseformular ist beispielsweise drei Seiten lang und bietet viel Raum für Stempel und Unterschriften, die zur Genehmigung führen. Die einzige, der von der Genehmigung der Dienstreise nichts erfährt bin ich. Aber wer bin ich schon? Wichtig ist, dass die Verwaltung alles stempeln und abheften kann. Ich störe ja nur. *grumpf*

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