Botox – Hintergrundinfos

Botox-Parties sind modern. Jeder will ewig jung bleiben oder zumindest so aussehen. Doch was wird da eigentlich gespritzt? Mich packt das kalte Grausen, wenn ich mir vorstelle ein hoch wirksames Nervengift bzw. einen Biokampfstoff in die Stirn gespritzt zu bekommen. Ist der Jugend- und Schönheitskult á la „Germanys next Topmodel“ wirklich das was wir wollen? Sollten wir nicht lieber in Würde altern oder uns statt der Botox-Spritze lieber ein paar neue Schuhe gönnen?

Botulinustoxin (Botulinumtoxin, Botox) ist ein stark wirksames Nervengift, das zur Faltenglättung gespritzt wird. Botox hemmt den Botenstoff Acetylcholin, der für die Reizübertragung zum Muskel verantwortlich ist. Der gelähmte Muskel kann sich nicht mehr zusammenziehen und das Gesicht wirkt glatter. Gemessen wird die Dosis in Einheiten, die der Menge an Gift entsprechen, die 50% der Probanden (meist Mäuse oder Ratten) nach Injektion in die Bauchhöhle tötet. Die  Tiere sterben an Atemlähmung. Dieser Test wird leider zur Kontrolle der Wirksamkeit jeder produzierten Botox Charge benötigt, so dass ein Patient, der sich mit Botox behandeln lässt, auch die Zahl von Tierversuchen erhöht.

Die Dosierung für eine Botox-Injektion ist extrem niedrig: Nur bis zu fünf Nanogramm sind in der Ampulle eines typischen Präparats enthalten. Der größte Teil davon ist ein stabilisierendes Protein, so dass das eigentliche Toxin nur einen Bruchteil davon ausmacht. In dieser Ampulle sind damit weniger als 5 Prozent der Dosis die – intramuskulär verabreicht – für einen Menschen tödlich sein könnte. Die Dosierung ist niedrig, aber würde man sich ebenso sorglos eine Dioxin-Injektion verabreichen lassen? Die Giftigkeit von Botox (akute LD50) ist 1000-fach höher als die von Dioxin! Denn, was viele nicht wissen,  Botulinustoxin  gilt als einer der giftigsten Stoffe der Welt. Ist es nicht erstaunlich, dass Stoffe aus der Natur diese Liste anführen?

Clostridium botulinum produziert das Gift und ist ein weit verbreiteter Mikroorganismus. Der Keim fühlt sich in geschlossenen Konservendosen wohl und führt zu „Bombagen“, also aufgeblähten Dosen. Clostridium botulinum vermehrt sich in diesen Dosen oder in anderen luftdicht verpackten Lebensmitteln und bildet das Botulinustoxin (= Botox), welches beim Menschen zu Lebensmittelvergiftungen und im Extremfall zum Tod führen kann. Diese Vergiftungen sind aber durch hohe Hygienestandards und konservierende Maßnahmen für Lebensmittel in Deutschland sehr selten geworden. Trotzdem würde ich um eine hausgemachte Blutwurstkonserve mit Überdruck einen weiten Bogen machen.

Und noch eine Verwendung von Botulinustoxin ist bekannt: Es war die Basis für die Entwicklung von Biowaffen während des Zweiten Weltkriegs und zählt heute zum „dreckigen Dutzend“ der Biokampfstoffe. Man kann es zum Beispiel in Briefbomben verschicken.

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