Publizieren in der Wissenschaft – Die Koautoren

Die Liste der Autoren ist das Wichtigste am ganzen Artikel. Wer draufstehen soll kann schon im Vorfeld der Publikation zu großen Konflikten führen. Üblicherweise werden alle Personen genannt, die einen substanziellen Beitrag zum Manuskript geleistet haben. Entweder haben sie Daten produziert, komplizierte Auswertungen gemacht oder auch wichtige Ideen beigesteuert. Wer „nur“ das Forschungsprojekt geleitet oder die Mittel (z.B für  Acetonitril) eingeworben hat muss nicht automatisch erwähnt werden (siehe Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der DFG). Doktor- und Diplomarbeiten-Väter/Mütter stehen meist mit auf den Artikeln ihrer Schutzbefohlenen, da Doktoranden und Diplomanden ja unter der Anleitung der Betreuer ihre Ideen und Arbeiten entwickelt haben (sollten).  Wenn ich zum Beispiel ein schönes Diplom-Thema gefunden, internationale Kontakte geknüpft, Projekte eingeworben und die Schubladen in meinem Labor mit bunten Plastikwaren gefüllt habe, dann erwarte ich, dass Publikationen gemeinsam erarbeitet werden.  Es spricht grundsätzlich nichts gegen mehrere Koautoren, die natürlich alle einen substanziellen Beitrag zum Manuskript leisten dürfen und auch sollen.

An erster Stelle der Publikation steht der Name der Person, die die Hauptarbeit geleistet und den Artikel geschrieben hat. Die Wichtigkeit der Autoren nimmt dann in der Reihenfolge der Nennung in der Autorenliste ab. Wenn es zu unübersichtlich ist, nennt man die Koautoren einfach in alphabetischer Reihenfolge. Aber Achtung: Der letzte in der Reihe ist oft genauso wichtig wie der Erstautor, denn hier steht traditionell der Name des Arbeitskreisleiters. Man erkennt ihn auch daran, dass er als „corresponding author“ gekennzeichnet ist. Das ist die Person, die den Artikel einreicht und später für Fragen zur Verfügung steht oder Sonderdrucke verschickt wenn die Zeitstelle des Erstautoren längst ausgelaufen ist. An der letzten Stelle steht also der Chef bzw. Schirmherr der Arbeit.

Meine Rat: Viele Koautoren sind hilfreich! Man vergibt sich nichts, wenn man im Zweifelsfall (Beitrag von nur wenigen Daten oder einem untergeordneten Aspekt zum Manuskript) einen zweiten oder dritten Namen nach dem eigenen nennt. So haben alle beteiligten am Ende mehr Publikationen und können sich freuen. Ein weiterer Vorteil ist der, dass auf diese Weise die Zahl der Zitate des Artikels steigt. Jeder zitiert natürlich am liebsten seine eigenen Artikel, da er die am besten kennt, sie perfekt ins Forschungsfeld passen und man seine eigenen Artikel ja auch würdigen muss (Hirsch-Index ). Wenn das auch alle zehn Koautoren machen, dann wird der Artikel viel mehr zitiert als wenn nur ein einsamer Name drauf steht und lange Autorenlisten wirken so schön teamorientiert und kooperativ.

Weitere Beiträge in dieser Serie:

Publizieren in der Wissenschaft – Die Zeitschrift

Publizieren in der Wissenschaft – Die Koautoren

Publizieren in der Wisenschaft – das Zitierkartell

Der Hirsch-Index

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3 Gedanken zu „Publizieren in der Wissenschaft – Die Koautoren

  1. Pingback: Forschen ohne Geld? | Dr. Ulrike Kammann

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