Nanotechnologie in Socken

riecht nichtNanotechnologie ist ein aufstrebendes Forschungsfeld. Auch wenn bisher wenig über die toxikologische Wirkung von Nanopartikeln wie Nanosilber bekannt ist, sind Produkte mit  Silbernanopartikel auf dem Vormarsch. So werden zum Beispiel Sporttextilien und Socken zur Vermeidung von Körpergeruch mit Nanosilber ausgestattet. Diese Socken reduzieren den Fuss-Schweißgeruch, weil das Silber auf den Fasern antibakteriell wirkt. Also haben Männer keine Käsefüße mehr nach dem Joggen.

Aber was passiert wenn diese Socken gewaschen werden? Amerikanische Forscher haben das untersucht und herausgefunden, dass die Waschstabilität des Nanosilbers nicht bei jeder Socke vorausgesetzt werden kann. Man möchte ja schließlich die teuer bezahlte (etwa 20 Euro pro Sockenpaar) Nanosilberbeschichtung nicht schon nach der ersten Wäsche verlieren, auch wenn solche Socken bis dahin länger auf akzeptablem Geruchslevel durchhalten als vergleichbare Bekleidungsstücke. Die amerikanischen Forscher kauften sich sechs Paar Socken und setzten jeweils eine Socke pro Paar einer Serie von simulierten Waschvorgängen aus; die andere nicht. Die Studie zeigt, dass einige Socken ihr Silber komplett beim ersten Waschgang abgaben, einige Socken dies erst nach und nach taten und andere kaum Silber beim Waschen verloren. Schwedische Forscher kamen zu vergleichbaren Ergebnissen.

Analytisch kann man relativ einfach messen, wie viel Silber von der Socke ins Wasser übergeht. Schwierig wird es, wenn man zwischen nanopartikulärem und anderem (ionischem) Silber unterscheiden will. Dazu sind elektronenmikroskopische Techniken erforderlich, die die Partikelgröße erfassen. Es ist also schwer nachweisbar, ob die Socken wirklich Nanosilber enthalten oder „nur“ gut wasserlösliche Silbersalze.

Nanopartikel, die ganz offensichtlich aus den Socken über das Abwasser in die Umwelt gelangen, sind unter Umständen mit bisher unbekannten Risiken behaftet. Silber in der Umwelt ist kein neues Problem (man denke nur an Fotofilme), trotzdem ist nanopartikuläres Silber ein schwer einschätzbares Risiko und neue Produkte drängen auf den Markt – neue Anwendungen werden erschlossen.

silverfootbed1Ziemlich abgefahren finde ich Zahnpasta mit Nanosilber, oder die Idee Waschmaschinentrommeln und PC- Tastaturen damit zu beschichten. Ich denke daher, dass der Verbraucher selbst entscheiden können sollte, ob er mit Nanopartikeln ausgerüstete Socken, Unterhemden, Einlegesohlen usw. kauft oder nicht. Der Verbraucher ist meist völlig ahnungslos, was diese Anti-Geruchs-Ausrüstung bei Textilien beinhaltet. Was fehlt ist eine Kennzeichnungspflicht.

Und ich wüsste gern ob die Hersteller die Socken tatsächlich nachhaltig mit metallischem Silber beschichten. Silbersalze, die sich mit der ersten Wäsche verabschieden, entsprechen so wenig der Verbrauchererwartung, dass ich mich als Käufer getäuscht fühlen würde. Wann kommt die erste Untersuchung von Stiftung Warentest für Nanosilber-Socken??

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4 Gedanken zu „Nanotechnologie in Socken

  1. Das wird nochmal eine ernste Kiste, denn nanotechnologische Produkte dringen ungehemmt durch die komplette Hautschichten. Noch ist die Brisanz dessen noch gar nicht so recht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen, denn wer prüft jetzt schon Hautcremes auf Komplikationen bei intravenöser Verabreichung bzw ob sie evtl Gendefekte oder Krebs hervorrufen werden.
    Deswegen:
    Nanotechnologische Produkte müssen gekennzeichnet werden.

    • Silber Deo gibts schon. Eine bekannte deutsche Kosmetik-Marke hat kürzlich eine Pflegeserie für den Mann mit Silber herausgebracht.

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