Das Hamburger StadtRAD – Erste Erfahrungen

Seit dem 10. Juli sind sie ein neuer Farbtupfer in Hamburgs Straßen: Die roten Stadträder.

Die erste halbe Stunde ist kostenlos; danach kostet die Minute zwischen 4 und 8 Cent – maximal 12 Euro für einen ganzen Tag. HVV-Abonnenten bekommen es etwas günstiger. Man muss sich im Internet registrieren, überweist 5 Euro Startgebühr und darf die dann abradeln. Es ist also nicht teuer! Wer einen HVV-Fahrschein spart ist mit dem StadtRAD schnell im Plus.StadtRAD

Ich komme jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit an einer Ausleihstation vorbei und sehe, dass die Räder eine große Fluktuation haben: Morgens stehen dort 12 Räder, nachmittags sind fast alle weg. Überall fahren sportliche Hamburger und Touristen auf den lustigen Rädern herum. Kommt eigentlich nachts jemand, der die Räder wieder gleichmäßig über die Stationen verteilt?

Wo kann man mit dem StadtRAD hinfahren? In der Innenstadt, also dem Altstadtring, gibt es sehr viele Ausleihstationen. Aber westlich von Altona, östlich von der Wartenau und nördlich der Alster kommt nicht mehr viel. Schade auch, dass keine einzige Station in der neuen Hafencity ist. Am Viewpoint beim Kreuzfahrtterminal wäre der perfekte Standort. Trotzdem kann man jetzt viele kurze Wege ganz spontan mit dem Rad machen. Eine wunderbare Gelegenheit für ein paar sportliche Minuten im Alltag! Ganz Geizige können das StadtRAD alle 30 Minuten wechseln und zahlen dann gar nichts mehr. Am Wochenende habe ich auch schon Stadträder in Finkenwerder gesehen. Das ist dann ein typischer Tagesausflug für 12 Euro. Wenn man erst mal auf dem Rad sitzt findet man als Neuling nur durch Zufall die nächste Rückgabestation. Man muss also vorher planen oder unterwegs die Hotline anrufen. Warum klebt nicht ein Plan mit den StadtRAD-Stationen auf dem Rad??

Die Räder machen einen robusten Eindruck, haben 7 Gänge, keinen Rücktritt, einen höhenverstellbaren Sattel, Bügelschloss und sogar ein wenig Gepäckträger. Sie sind ziemlich hart gefedert, aber für eine 30-Minuten Tour ist das völlig o.k.. Das Ausleihen ist beim ersten Versuch ein Abenteuer. Lasst euch nicht von der Leseschwäche der Terminals abschrecken! Ein paar Versuche und das Gerät gibt nach! Wer, so wie ich, die Stelle nicht findet wo man den vierstelligen Code am Fahrrad eintippen muss, kann die Hotline anrufen und es wird schnell geholfen. Für Frauen (?) ist es echt schwer sich den vierstelligen Code für die Rückgabe zu merken, während man andere Zahlen am Terminal eintippt. Ich habe schlaue Radlerinnen mit Bleistift und Papier gesehen, das mache ich nach! Männer haben bei diesem Problem nur ein müdes Lächeln auf den Lippen. Nett finde ich, dass man bei jedem Entleihvorgang gleich ins Gespräch mit anderen Radlern und Interessenten kommt. Ein außerordentlich kommunikatives System!

Ich bin ein großer Fan aller öffentlich verfügbaren Transportmittel und war schon vom Radentleihsystem in Kopenhagen begeistert. Toll, dass Hamburg nun auch sowas hat!!

Das StadtRAD ist ein gutes Zeichen für eine radfahrerfreundliche Verkehrspolitik in Hamburg. Wir wollen mehr davon!

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5 Gedanken zu „Das Hamburger StadtRAD – Erste Erfahrungen

  1. Das stimmt schon ist aber nicht so einfach zu lösen.
    Das Berliner Modell ist ja abgeben wo man will an irgendeiner Strassenkreuzung.
    Dazu muss man die Nummer anrufen und diese zwei Strassennamen telefonisch durchgeben.
    Auch ein schönes Modell, nur findet man halt Räder mehr nach dem Glücksprinzip.

    Ausserdem kost in Berlin die erste Std rund 5 Euro, wohingegen in Hamburg
    gerade mal noch nicht einmal 2 Euro fällig werden.

    Ich denke beide Prinzipien werden von der Bahn erstmal im Feld und Flurtest jetzt gross
    ausprobiert wie das denn praktisch funktioniert und angenommen wird.

  2. Das mit dem Umsortieren scheint Stadtrad nicht so wirklich im Griff zu haben. Regelmäßig sind abends zwischen sieben und neun die Stationen Mundsburg, Uhlandstraße, Uferstraße und Eduard-Rhein-Ufer/Schwanenwik zum Platzen voll, so dass man nur mit viel Glück (und viel Rumgefahre) noch einen Rückgabeplatz für sein Bike findet. Abgesehen davon, dass das tierisch Zeit kostet, habe ich so das Gefühl, dass Stadtrad hier seine Unfähigkeit zur Fahrradverteilung und die damit verbundenen Probleme schlicht und einfach auf die Kunden abwälzt. Wenn ich von Station A zu Station B will, dann will ich genau das, und nicht x weitere Stationen anfahren und anschließend dann noch ’ne halbe Stunde laufen, teuren HVV nutzen oder mir ein Taxi rufen müssen.

    Fazit: Gute Idee, mangelhafte Umsetzung!

  3. Mannomann,

    ich bin eigentlich nicht komplett bekloppt, aber ich (seit heute Kunde) konnte das Sch…display am Fahrrad ums Verrecken nicht finden.Leider kein Handy dabei gehabt, ergo war’s nix heute mit Fahrrad ausleihen.Warum um alles in der Welt findet sich NIRGENDS ein Hinweis darauf, wo sich das Display befindet bzw. dass es IN dem Kasten versteckt ist ?!

    Auch schön: Am Terminal wird einem erklärt, dass grün blinken = „Fahrrad ausleihbar“ bedeutet.Nachdem ich zwar den Pincode am Terminal bekommen hatte, dass Display aber ja nicht finden konnte UND mein Fahrrad weiterhin schön grün vor sich hinblinkte, war ich zumindest der Meinung, dass es weiterhin den Status „nicht ausgeliehen“ haben würde.Falsch gedacht.Nur weil ich vorhin bei der Hotline angerufen habe, habe ich erfahren, dass im Gegenteil das Fahrrad als von mir ausgeliehen galt und mir nur aus Kulanz nichts berechnet wurde.Hinzu kommt, dass in meinem Account darüber nicht der geringste Hinweis zu finden war, d.h. es wurden mir weiterhin 5,00 EUR Guthaben angezeigt, obwohl zu diesem Zeitpunkt mir das Fahrrad als „ausgeliehen“ voll berechnet wurde.Erklärung seitens der (tatsächlich freundlichen) Mitarbeiterin am Telefon: Der verbrauchte Betrag wird nichtin Realtime angezeigt, sondern erst am Ende/irgendwann/bei Rechnungsstellung.

    Naja.Jetzt weiss ich ja Bescheid (in etwa), aber ich wundere mich schon über so offensichtliche Denkfehler.Aber vielleicht liegen die ja auch bei mir und ich bin echt der Einzige, der so’n Problem damit hatte…

    • Hallo Frank,

      das beruhigt mich ja, dass ich nicht die einzige bin, die das Display im Kasten am Rad nicht gleich gefunden hat. Bis es dann so weit war, hatte ich den Code vergessen und am Terminal schon wieder weiter geklickt. Es hilft, wenn man das Ausleihen und Abgeben des Rades einmal übt – am besten ohne ungeduldige Schwiegermutter im Rücken.
      Übrigens gibt es nachts wohl doch eine Umverteilung der Räder. An manchen Stationen stehen die Räder morgens wieder alle hübsch parrallel ausgerichtet und vollständig bereit. Da waren Profis am Werk!
      Ganz witzig find ich auch die Leute die ihr Rad neben einer voll belegten Station einfach abschließen und stehen lassen – also das Rad nicht im System abmelden. Ein so abgestelltes Rad habe ich über mehrere Wochen an der Station Goebenstraße stehen sehen, bevor die geheimnisvolen Heinzelmännchen kamen. Muss man dann am Ende des Rechnungszeitraumes für jeden Tag 12 Euro bezahlen??

  4. Habe ich auch schon probiert
    und ich kann sagen nach ein bisschen probieren versteht man es..
    aber so eine Trockenübung ist dann doch zu empfehlen
    sonst steht man doch all zu dumm da.. wenn man es gerade eilig hat
    um noch 1 min vor den 30 minuten das rad abgeben zu wollen..:-)

    Werden die Räder eigentlich nachts in der Stadt umsortiert?

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