Der erste Satz eines Buches …

… ist vielleicht der wichtigste im ganzen Roman. Wer sich hier schon langweilt, oder nicht angesprochen fühlt, liest selten weiter. Jeder Autor gibt sich mit diesem Satz besondere Mühe. Daher wurden auf dem letzten Büchertausch-Treffen in Hamburg nicht nur Berge von Büchern ganz normal getauscht, sondern, es waren auch ein paar geheimnisvoll verpackte Bücher dabei, die ihren ersten Satz als einzigen Hinweis auf der Verpackung trugen. Jeder durfte sich nun anhand des ersten Satzes ein Buch aussuchen und als Osterei mit nach hause nehmen. Es ist gar nicht so einfach, einen aussagekräftigen ersten Satz zu finden, der ein Buch gut charakterisiert, ohne der Überraschungseffekt völlig zu verderben. Die meisten ersten Sätze sind sehr kurz und prägnant und haben schon daher nicht viel Inhalt zu bieten. Im Nachhinein hätte ich lieber das Buch mit dem unten stehenden ersten Satz verpackt, verschenkt oder ausgesucht:

In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf.

Dieser Satz ist sehr typisch für das ganze Buch und ich finde, man sollte sich ihn wie ein Karamellbonbon auf der Zunge zergehen lassen. Vielleicht verrät er schon zu viel – aber egal. Es ist eine etwa 100 Jahre alte Geschichte, die, wäre sie heute geschrieben worden, als Telenovela im Vorabendprogramm laufen würde. Viel schöner als in den modernen GZSZ-Folgen ist die Sprache in diesem Buch: Phantastische Genitive, indirekte Rede und lange, lange Sätze mit einer zweistelligen Anzahl von Satzzeichen, die für jeden Vorleser eine Herausorderung darstellen. Ein literarisches 3Sterne-Gericht im Gegensatz zur TV-Currywurst.

Diese Buch ist meine literarische Empfehlung der Woche!

(Titel und Autor des Buches sind für Internet-Versierte leicht zugänglich.)

Hamburg Wo-bin-ich?

Am Wochenende gab es die Gelegenheiteit einer Touristin aus dem Schwarzwald eine der Top-Sehenswürdigkeiten in der Hamburger City zu zeigen. Ganz überrascht war ich von den sich bietenden Fotomotiven innerhalb von ein paar Minuten Fussweg um das Gebäude herum. Ich hätte fast nicht erkannt, welches Hamburger Touristen-Highlight sich hinter diesen Details verbirgt. Nein, es ist nicht das Generalkosulat der Volksrepublik China.

Stop-doing-list für Geocacher

Überlastete Manager wissen es längst: Die Stop-doing-list ist die letzte Rettung vor zu viel Stress. Auch gestresste Geocacher können davon profitieren und  mit einigen lieb gewordenen Gewohnheiten  brechen, um fortan als entspannter Cacher von Dose zu Dose zu wandeln. Hier unsere Vorschläge für Ihre persönliche Stop-doing-list:

Stop doing:

  • noch vor dem Frühstück die Caches zu loggen, die man gestern spät abends gefunden hat.
  • die gesammelten Cachebeschreibungen inklusive Vorfinderloggs auszudrucken.
  • sich von ungelösten Mysteries und Fragezeichen nahe den Home Coords beunruhigen zu lassen.
  • Tradi für Tradi für die Statistik zu heben, statt sich genussvoll einem gut gemachten Multi zu widmen.
  • immer beim Telefonjoker anzurufen statt einen DNF gelassen hinzunehmen.
  • mehrere Nachtcaches pro Woche zu machen statt mal wieder durchzuschlafen.
  • wegen eines möglichen FTF das Date platzen zu lassen.
  • sich selbst einzureden, dass die Zahl im eigenen Profil eine Bedeutung hat.
  • sinnlose Geocaching Blogs zu lesen.

Neuer Lost Place Geocache „Einheitsfutter“

Ein neuer möglicher „lost place“ Geocache in Hamburg-Wilhelmsburg wartet darauf ausgesetzt und gefunden zu werden, wie sich uns heute bei der österlichen Radtour gezeigt hat. Es ist alles da: zugängliche Straße, abgelegener Ort, verwüstetes Ensemble, was natürlich niemals betreten werden muss/darf und eine Eile, denn lange wird das so hier nicht mehr stehen.

Man kennt das ja schon, kaum ist eine schöne Location gesucht und gefunden und versteckt und wieder gefunden, schon stehen die ersten Makler/Architekten/Investoren/Politiker Schlange um diesem Zustand zurecht den garaus zu machen.
Da sind natürlich Vorfeldpioniere willkommen zeigen in zukünftigen Inquartieren, wo es sich noch lohnen könnte zu investieren. Dem ist halt so und kann wohl kaum gegengesteuert werden. Deswegen Publizität hin oder her.. Hier, in Wilhelmsburg, gehört einer hin.

Allerdings muss man ja sagen, dass „Einheitsfutter“ auch ein schöner Name für ein neues
Restaurant wäre.

Riga Souvenirs

Laima ist der Name der 1870 vom deutschen Theodor Riegert in Riga gegründeten Schokoladenfabrik. Heute gehört Laima Schokolade zum kulturellen Erbe des Landes. Wer Riga besucht, kommt kaum an der allgegenwärtigen Schokolade vorbei. Als Souvenir bieten sich die leckeren Schokoladentafeln und Pralinen ebenso an wie der Riga Black Balsam (ein Likör). Wer sich nicht entscheiden kann, nimmer Likör-gefüllte Pralinen mit nach Hause. Während meiner Reise in die schöne Stadt bin ich ein Fan von Laima geworden und hatte auf dem Rückflug einen ziemlich schweren Koffer. Laima ist übrigens die Göttin des Schicksals aus der lettisch-litauischen Mythologie.

In Deutschland ist mir die Schokolade noch nicht begegnet aber wer Sehnsucht hat kann hier bestellen.

Offensive Verstecke

Offensive Verstecke gefallen mir beim Cachen besonders gut. Sie wirken so schön selbstbewusst und sind vielleicht gerade deshalb „unsichtbar“. Vor einigen Tagen ist mit dieser eigenwillige  Cache am Rande einer vierspurigen, stark befahrenen Straße begegne (siehe Foto). Es ist nicht einfach das Vogelhäuschen in über zwei Meter Höhe zu erreichen. Unbeobachtet ist man dabei wohl nur nachts. 😉

Ebenfalls offensiv versteckt ist der Cache GC1BGCN Kaltehofe – Holzhafen in Hamburg. Ein Foto der Location mit einer gewissen Parallele zum Vogelhäuschen rechts im Bild gibts hier zu sehen.

Caching in Riga – Indoor Dosen

Beim Caching in Riga fällt auf, dass viele Dosen innerhalb von Gebäuden gesucht und gefunden werden können. Ein wenig habe ich den Verdacht, dass sich findige Vertreter vom Lettischen Fremdenverkehrsverband und einige lokale Geschäftsinhaber zusammengetan haben, um in Riga für Touristen Dosen zu verstecken. Man kann sie in Museen finden (freier Eintritt), oder aber man geht in ein Lokal, sagt einen geheimen Satz zum Personal und bekommt eine Dose gereicht, die unterm Ladentisch gelagert wird. Das Riga Teahouse hat auf diese Weise täglich ein paar Extra-Gäste, von denen manche auch etwas verzehren, wenn sie erst mal im Laden stehen. Nötig ist das aber nicht, um die Dose zu bekommen. Die Cache-Owner kommen seltsamerweise aus Litauen und nicht aus Lettland.

Mir gefällt die Idee und sie ist in Riga gut umgesetzt, so dass der Spaß beim Cachen erhalten bleibt. In den langen Wintermonaten mögen das die einzigen Dosen sein, die man hier finden kann und nicht jeder hat Lust unter den Augen der sehr präsenten Polizei alberne Suchaktionen zu vollführen. Ich habe zum Beispiel diese beiden Dosen gefunden:

TeaHouse TB Hotel GC2N4BV … in einem Tee-Lokal

Occupation Museum GC1E758 … im Museum der Besatzungszeit